Abschied vom Süden

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Ein Glücksfall: 15 Minuten Sonne

Khao Lak Wie es die Regenzeit will, unsere Stunden am Strand am Tag nach unserer Ankunft sollten die letzten ohne ergiebige Regengüsse sein. Der folgende Tag wurde bereits in der Nacht von heftigen Stürmen eingeleitet. Auch am Morgen noch Regen. Na ja, irgendwoher muss das Wort Regenwald ja kommen. Unser Ressort liegt unzweifelhaft inmitten eines solchen.

IMG 2408 treppeTrotzdem lassen wir uns die Laune nicht verderben. Nach dem späten Frühstück klar es sogar einen Moment auf und ich kann schnell die Treppen zum Felsenstrand runter und ein paar Fotos machen. Am Nachmittag wollen wir bei mäßigem Regen in die nächste Kleinstadt, bleiben aber schon im Restaurant der Anlage hängen, denn es schüttet wieder. Diese Regen sind ja nicht unangenehm, denn es ist irre Warm so um die 34 ° und bei jeder Bewegung ist man ech schnell nass, vom Schweiß. Wird man vom Regen druchtränkt ist es auch kein Problem, frieren muss deswegen niemand. Nur leider bekommt man die Klamotten einfach nicht trocken.

Meine Badehose hängt seit dem kurzen Bad im Meer am Tag der Ankunft im Bad und wird einfach nicht trocken. Jedenfalls sitzen wir als einzige Gäste im Restaurant und wundern uns, warum dort sechs Angestellte rumspringen. Wir bestellen Essen und Trinken. Ich habe eine köstliche Suppe mit Shrimps in einem scharf-säuerlichen Tamarindensud, darin kleine Pfannkuchen mit Thai-Basilikum. Köstlich! Meine Reisebegleitung nimmt mit gebratenem Reis mit Schwein vorlieb und ordert noch Ei als Zutat. Ich finde, er könnte der einheimischen Kost gegenüber durchaus etwas aufgeschlossener sein, aber sei’s drum.

Auf der Terrasse des Restaurants sind die Sturmjalusien heruntergelassen. Das sind durchsichtige Planen, die verhindern, dass alles in Wasser gebadet wird. Die Angestellten stehen zu zweit um unseren Tisch und warten auf weitere Bestellung. Sobald ein Teller leer ist, wird er weggerissen. Dann kommt ein junger Bursch und fängt an eine Musikanlage aufzubauen. Auch ein Thai mit wilder Mähne erscheint und checkt den Sound mit. Seinem Aussehen nach ein Popstar. Dass die hier so aussehen, wissen wir aus den Fernsehkanälen, von denen es unzählige gibt. Immer so ein bisschen wie Tokio Hotel oder eben Emo. Gern auch die Haar in Rostrot oder zumindest mit rostroten Strähnchen.

Da es uns zu fad wird, zu warten bis der Partyabend so richtig in Gang kommt, beschließen wir nochmal zurück in die Hütte zu gehen und dann in der Lobby zu lesen bzw. zu bloggen. Während wir dort sind, schwillt der Sturm und der Regen an. Unfassbar was hier an Regenmengen herunterkommt. Zwischendrinn knallt es und der Strom fällt für einige Sekunden lang aus. Die Lichter flakern und ich freue mich, meine Taschenlampe parat zu haben. Irgendwann taucht auch der Sänger lachend auf, sagt etwas zu den Angestellten und verschwindet Richtung Rezeption.

Ich beschließe, mal nachzusehen, was die Partygesellschaft so macht, denn nach eineinhalb Stunden kann es ja noch nicht vorbei sein. Unten am Restaurant angekommen blicke ich hinaus und stelle fest, dass alles ruhig ist. Im gleichen Moment tut es einen Knall und ich sehe auf der Hochstraße noch einen Lichtbogen. Da ist wohl der Generator explodiert so sowas. Alle schreien durcheinandern und ich beschließe umzukehren und hoffe, niemandem ist etwas ernstes dabei passiert.

IMG 2414 poolIch beschließe nach diesem verregneten Tag, wenigstens dem Pool einen Besuch abzustatten. Der ist zwar beleuchtet, allerdings ist das Wasser so trüb wie Reissuppe und ich frage mich, was wohl auf dem Boden des Beckens auf mich lauern wird. Komische Unkgeräusche habe ich schon gehört.

Im Pool ist es aber doch herrlich frisch und ich schwimme eine paar Bahnen, die jedoch immer schon nach drei Zügen durchschwommen sind. Derweil regnet es munter weiter. Als ich heraussteige spüre ich einen kleinen Stich in der Nähe des rechten Ellenbogens. Ich schüttele etwas dickliches ab und stelle fest, dass da wohl ein Blutegel Kontakt mit mir gesucht hat.

Die Nacht stürmt und wütet es munter weiter und wir beginnen uns zu fragen, wie wohl unsere Weiterreise aussehn wird. Nach den schlechten Erfahrungen mit den hiesigen Reisebüros beschließen wir mit der staatlichen Busline zu fahren. Die blaue Linie ist klimatisiert und über die Schaffner und Fahrer kann ich nur Gutes berichten. Die Buss sind sehr sauber und mit putzigen Accessoires wie diesen Gardinengirlanden. Der Tarif ist günstig und sie sammeln einen dort auf, wo man gerade steht. Wir kommen so direkt von unserem Ressort zum Bahnhof bei Surat Thani.

IMG 2417 airconbusAus Angst vor den Launen des Wetters sind wir früh gefahren, um nun nicht noch unseren Nachtzug zu verpassen. Es läuft aber alles wie am Schnürchen und so haben wir fünf Stunden Aufenthalt, die wir so gut es geht mit Essen verbringen. Es gibt auch wieder die leckeren kleinen Kokos-Pfannkuchen.

Wir haben erster Klasse Schlafwagen gebucht, was mit 24 Euro pro Person und Strecke nicht mal sonderlich teuer ist. Während ich schon davon träume, dass uns ein Komfort wie im Orientexpress erwartet, rechnet meine Reisebegleitung mit einem Abteil, welches extra angehängt wurde und am Ende mit einem roten Lichterkranz in Herzform abschließt unter dem Honeymoon steht.

IMG 2423 1stclass1Doch das Luxusabteil ist ziemlich runter. Schmutzig und grau, ist es, aber dafür eiseskalt. Meine Reisebegleitung hat ich übrigens einen Schnupfen geholt. Nun fürchte ich, wird er von der finster blickenden und vermummten Schweingrippe-Polizei am Flughafen ausgesondert und abgeführt werden.

Zurück zur Bahnfahrt: Nachdem der Steward die Betten ausgeklappt und bezogen hat, sieht es aber schon nicht mehr gar so schlimm aus. Immerhin gibt es Strom. Wir können Musik hören und ich schreibe schon mal diesen Blogeintrag. Man hätte uns auch ein warmes Essen hier serviert, aber wir sind immer noch von der Wartezeit her bestens gesättigt.

Als ich aus meinem Koffer die Waschutensilien hervorkrame wagt sich ein dicker Kakerlak unter dem Bett hervor. Ein First Class Insekt und darum etwas kleiner und schlanker als die gewöhnliche Schabe von der Straße.

Die Nacht ist etwas unruhig, aber so kennt man es ja: Bremsenquietschen, ruckelndes Halten und Anfahren. In der unteren Kabine ist es frostig kalt und das Frottée-Deckchen ein unzureichender Schutz. Immerhin kann man sich ausstrecken und liegt auf gerader, gepolsterter Fläche. Für große Menschen sind deswegen Busfahrten die Hölle.

Nebenbei bemerkt, hat sich die Situation bei den Duschköpfen gebessert. Früher waren die in den Hotels fast alle zu niedrig angebracht, inzwischen gehts. Was nicht bedeutet, dass man sich doch hin und wieder nach dem Wasserstrahl bücken muss.IMG 2423 1stclass2

Aber wir werden pünktlich um 5 Uhr morgens geweckt und bekommen ein Frühstück bestehend aus zwei Spiegeleiern, drei Würstchen, zwei warmen gebutterten Toasts, Konfiture und einer Scheibe Ananas.

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