Berlinale Blog 2009

Heute war es soweit, erste Versuche an Karten für die verschiedene Vorführungen zu kommen. Es gibt ein neues System. Nicht mehr wie früher Kino, Datum, Uhrzeit nennen. Nein, jetzt gibt es einen Filmcode, eine sechstellige Ziffer, die am Ticket-Tresen anzugeben ist. Davon wurden allerdings die Schlange im Vorverkauf auch nicht kürzer. Und just als ich am Karteneinkauf war, brach der Computer ab und erst nach 10 Minuten ging es weiter. Ärgerlich, wenn man weiß, dass da schon Filme ausverkauft sein können.

Leider passierte mir da auch schon das erste Missgeschick. Statt im Talent Campus die Podiums-Dikussion mit der Jury Präsidentin Tilda Swinton gebucht zu haben, besitze ich nun welche für Bertrand Tavernier. Aber sei’s drum, er war 1998 mit dem Dokumentarfilm „De l’autre cote du periph“ über zwei Häuser in der Pariser Banlieu im Forum. Dort hatte er gemeinsam mit seinem Sohn entdeckt, dass die Menschen in der Banlieu sehr wohl ein Sozialleben führen, welches durch gegenseitige Solidarität geprägt ist. Das in den Medien beschworene Horrorbild fanden sie nicht bestätigt.

Weiterhin steht eine neue Produktion von Monika Treut auf dem Plan. Ghosted ist die erste deutsch-taiwanesische Koproduktion und hat die Regisseurin im Vorfeld wohl einige Nerven bei der Organisation gekostet. Nach ihren Dokumentarfilm „Tigerfrauen wachsen Flügel“  über die Emanzipation der Frauen im modernen Taiwan, folgt nun ein Spielfilm. Ein lesbischer „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ Thriller, der die Annäherung der Kulturen der beiden Länder zum Thema hat und mit ungewöhnlichen Figuren daher kommt.

Bei den Berlinale Shorts werde ich unter anderem „Die Leiden des Herrn Karpf. Der Geburtstag“ von Lola Randl sehen. Auf die Mischung der Kurzfilm bin ich eh gespannt. Selten genug besteht die Möglichkeit, sich Werke aus diesem Genres anzusehen. Verflucht seien alle Filme mit Überlänge. Oder nicht ganz, für „Love Exposure“ von Sono Sion (Japan) werde ich eine Ausnahme machen und dafür sogar schon am Samstag um 9.30 Uhr ins Kino gehen.

Wo wir gerade bei Überlänge sind, die West Side Story will ich mir tatsächlich in der 70 mm Retrospektive ansehen. Schlimm, ich weiß…

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