Bangkok Am letzten Tag vor unserer Abreise begeben wir uns in Bangkok noch einmal auf’s Wasser. Was im Reiseführer meiner Reisebegleitung gar nicht mehr erwähnt wird, ist doch eine interessante Seite dieser Stadt. Bangkok ist von Kanälen durchzogen und ein Teil des Lebens vollzieht sich am Wasser, wie auch viele Einwohner direkt an und auf den Kanälen, den sog. Klongs, leben.
Zur Einstimmung besichtigen wir das königliche Barken Museum. Mit dem Expressboot an Pier 12 ankommend, suchen wir uns zwei Motoradtaxis und fahren die kurze Strecke bis zum Museum auf dem Sozius mit. Umgerechet 40 Cent sind dafür ein günstiger Preis. Verkehrsdienstleistungen können in Thailand unterschiedlich kostspielig sein. Sehr zu empfehlen sind die Taxi-Meter Taxis. Diese haben ein Taxameter, die FahrerInnen sind freundlich und der Preis ist für unsere Verhältnisse sehr günstig.
Zu einem Taxi-Meter gehört aber nicht nur das Taxameter sondern auch ein gelbes Ausweisdokument mit Nummer und Foto des Fahrers. Am letzten Tag geraten wir in eine Taxe, wo dieses wichtige Detail fehlt und siehe da, das Taxameter läuft gleich doppelt so schnell. Sehr ärgerlich und ich streite mich mit dem Taxifahrer herum. Die sogenannten offenen Dreiradtaxis, die Tuk-tuks, sind nicht zu empfehlen, da die Fahrer immer überhöhte Tarife verlangen und einen zudem zu irgendeinem Touristennepp lotsen wollen.
Mit freien Taxis muss auch immer verhandelt werden. Solche Verhandlungen können recht anstrengend sein, sind aber in Thailand bei allen möglichen Gelegenheiten erforderlich. Würde nur ein kleiner Aufschlag verlangt, könnte auf das anstrengende Ritual verzichtet werden. Die Aufschläge betragen aber gern mehrere hundert Prozent und so ist man zum Handel verdammt und wenn dann mit dem nötigen Ehrgeiz.
Meine erkältete Reisebegleitung jedenfalls ist total begeistert vom kurzen Motorradtrip zum Museum und überschüttet den Fahrer mit einem üppigen Trinkgeld. Für das Museum werden 300 Baht (6 Euro) fällig. Wer Fotos machen möchte, muss noch einmal 100 Baht berappen. Schöne Postkarten der Barken kosten 7 Baht, also verzichte ich auf die Fotoerlaubnis.
Die Barken sind reich verziert mit Blattgold und Edelsteinen. Bis zu 60 Ruderer passen auf die großen Exemplare dieser schlanken Barken. Am empor geschwungenen Bug befindet sich meist ein Dämon, ebenso über und über mit Schmuck und Steinen besetzt. Die Barken sind noch in Gebrauch und werden bei königlichen Zeremonien vom Stapel gelassen. Letztmals 2008 zum Geburtstagsjubiläum des Königs, welches alle 12 Jahre mit diesem Aufwand gefeiert wird. Dann bewegt sich eine große Prozession mit dutzenden Barken über den Chao Phraya. König, königliche Familie, Hofstaat und Musik, jeder hat seine eigene Barke.
Nach dem Besuch des Museums werden wir zum unvermeidlichen Souvenirstand geführt und auf eine Bootsfahrt angesprochen. Eigentlich kostet eine Besichtigungsfahrt über die Klongs pro Kopf 1800 Baht, meint der Vermittler, aber für uns nur 1200 pro Kopf. Nach einer längeren Verhandlungsrunde bin ich bei 700 Baht für zwei Personen, eine Stunde lang und Absetzen am Königspalast.
Ursprünglich wollten wir mit den öffentlichen Linienbooten über die Klongs fahren, aber die Sonne scheint gerade und da heisst es zugreifen. An den Klongs finden sich sowohl ärmliche Holzhütten, die auf Pfählen im Wasser stehen, als auch kleine Villen mit Gartengrundstück in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Versorgung der Hütten erfolgt auch über Wasser. Von der mobilen Garküche bis zur Müllabfuhr, alles ist auf dem Wasser unterwegs. Auch die Briefkästen sind an der Wasserseite angebracht.
Die Szenerie wirkt sehr kleinstädtisch, nur dann und wann taucht auch mal ein Wohnblock auf. Auch hier immer wieder kleine und große buddhistische Tempel, die Wats. Unterwegs sind wir in einem schmalen Langboot. Als Antrieb dient ein ausgebauter LKW-Motor, dessen Antriebswelle auf ca. drei Meter verlängert und am Ende mit einer Schiffsschraube versehen wurde. Dieser Motorblock ist frei beweglich und gesteuert wird über das Schwenken dieser Motorwelle.
Die Fahrt macht uns großes Vergnügen. Anschließend sehen wir uns noch den Marmor Tempel an und damit sind wir mit dem Besichtigungsprogramm auch am Ende angelangt.
Zum Abschiedsabendessen werde ich von meiner Reisebegleitung ins höchste Freiluftrestaurant der Welt eingeladen. Aber wie das Wetter so spielt, eine halbe Stunde vor unserer Tischreservierung bricht ein Regenguss los und das Vertigo wird geschlossen. Wir müssen uns ein Stockwerk tiefer nach 59. bequemen, aber das Essen ist dennoch ausgezeichnet. Dort ist gerade Spargelaktion.





Trotzdem lassen wir uns die Laune nicht verderben. Nach dem späten Frühstück klar es sogar einen Moment auf und ich kann schnell die Treppen zum Felsenstrand runter und ein paar Fotos machen. Am Nachmittag wollen wir bei mäßigem Regen in die nächste Kleinstadt, bleiben aber schon im Restaurant der Anlage hängen, denn es schüttet wieder. Diese Regen sind ja nicht unangenehm, denn es ist irre Warm so um die 34 ° und bei jeder Bewegung ist man ech schnell nass, vom Schweiß. Wird man vom Regen druchtränkt ist es auch kein Problem, frieren muss deswegen niemand. Nur leider bekommt man die Klamotten einfach nicht trocken.
Ich beschließe nach diesem verregneten Tag, wenigstens dem Pool einen Besuch abzustatten. Der ist zwar beleuchtet, allerdings ist das Wasser so trüb wie Reissuppe und ich frage mich, was wohl auf dem Boden des Beckens auf mich lauern wird. Komische Unkgeräusche habe ich schon gehört.
Aus Angst vor den Launen des Wetters sind wir früh gefahren, um nun nicht noch unseren Nachtzug zu verpassen. Es läuft aber alles wie am Schnürchen und so haben wir fünf Stunden Aufenthalt, die wir so gut es geht mit Essen verbringen. Es gibt auch wieder die leckeren kleinen Kokos-Pfannkuchen.
Doch das Luxusabteil ist ziemlich runter. Schmutzig und grau, ist es, aber dafür eiseskalt. Meine Reisebegleitung hat ich übrigens einen Schnupfen geholt. Nun fürchte ich, wird er von der finster blickenden und vermummten Schweingrippe-Polizei am Flughafen ausgesondert und abgeführt werden.














Die Nacht vergeht sehr zäh. Qualvolle Stunde reiht sich an Stunde und kurz vor unserer Ankunft im Umsteigebusbahnhof ist der Kofferfeldwebel besonders unfreundlich. Er reißt einigen die Decken förmlich weg und stellt den Schlafenden gewaltsam die Rückenlehne hoch.
Wir sind ehrlich erschöpft und froh am Mittag in Phuket Town von einem aufmerksamen Burschen in unser Hotel gefahren zu werden, denn man hat uns nicht mal dort abgesetzt. Nie wieder Busreisen in Thailand über eine dortige Agentur buchen!






