Grimme-Preis kommt unter Mercedes Räder

Der rennomierte Adolf-Grimme Preis für herausragende Fernsehsendungen und -produktion hat seinen Hauptsponsor verloren. Mercedes-Benz werde sich aus dem Kultursponsoring zurückziehen und künftig nur noch im Bereich Sport engagieren. Das Adolf-Grimme-Institut muss damit auf rund ein Viertel seines Budgets verzichten. Es ist fraglich, ob sich so schnell ein Ersatz findet.

Mit dem Grimme-Preis wurden so herrvorragende Produktionen wie der Dokumentarfilm „Unser täglich Brot“, von Nikolaus Geyrhalter (Buch/Regie/Kamera) und Wolfgang Widerhofer (Buch/Schnitt/Dramaturgie) ausgezeichnet. Mit dem Rückzug des Sponsors ist auch der Förderpreis für Nachwuchsregisseure in Frage gestellt.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass auch die Kultur zum Spielball der Konjunktur zu werden droht. Es ist zu befürchten, dass hier eine ganze Reihe von kulturellen Angeboten unter die Räder der Krise geraten und diese zusätzlich verschärfen. Kultur nach Kassenlage und kommerzieller Verwertbarkeit war schon immer eine zentrale Kritik an dieser Form der Finanzierung. Auch in diesem Bereich muss dringend umgesteuert werden.

Die Kultur wird nicht mehr benötigt, um solche Produkte zu bewerben.

Die Kultur wird nicht mehr benötigt, um solche Produkte zu bewerben.

In der Krise wird sich diese spezielle Art der kulturellen Auslese nochmals verschärfen und nur noch Mainstream-Projekte und diejenigen, die ohne solche Zuschüsse auskommen, werden überleben.

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