Soziale Auskopplung und vertikaler Rassismus

Schölzel bezeichnet die permanente soziale Auskopplung als vertikalen Rassismus, in dem die ganze Verachtung der regierenden Clique zum Ausdruck kommt. Online-Artikel auf www.jungewelt.de sind nur eine Zeit lang kostenfrei abrufbar. Deshalb sei der Beitrag dringend zur Lektüre empfohlen.

Die Krise der kapitalistischen Wirtschaft nimmt längst Züge einer Depression an. Bislang ist auf der Kapitalseite eine Mischung von klarem Willen, das bisherige Akkumulationssystem beizubehalten, und der Unfähigkeit, es selbst als Ursache der Krise zu analysieren, zu konstatieren. Ein Resultat ist die zunehmende Bereitschaft in Teilen der Bourgeoisie, die bisherige Verfassungs- und Rechtsordnung in Frage zu stellen. Die Ideologie der Ungleichheit liefert dafür notwendige Legitimationen. Neben der Analyse des zeitgenössischen Kapitalismus und seiner Spezifik erhält die Auseinandersetzung mit den Versuchen, Übergänge zu autoritären Herrschaftsformen vorzubereiten, eine neue Bedeutung. Das geistige Arsenal für solche »Evolutionen« der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie wird gefüllt. Die Forderung nach sozialer Gleichheit, nach Einhaltung der juristisch verankerten sozialen Rechte, tangiert aus den genannten Gründen unmittelbar die heutige Eigentumsordnung und deren Absicherung durch die jeweiligen politischen Regime.
Arnold Schölzel, „Zurück zu Rousseau“ auf jungewelt.de vom 4.8.2010

Dieser Beitrag wurde unter Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar